Neue Wege der Schwarzwildvergrämung - Ein Versuch

von Paulsen

Das Revier Grammdorf im Hegering Wangels ist in Bezug auf Schwarzwild ein Wechselwildrevier, umgeben von vier Gütern. Insofern bieten in diesem Jahr 17 ha Mais einen „reich gedeckten Tisch“ zwischen den Wäldern. Freie Randstreifen und Schneisen ergaben in Hinblick auf Kugelfang (Wege und Nachbarkanzeln !) keinen Sinn, sondern hätten nur den Ertrag schon im Vorwege reduziert. Auch eine freigehaltene Fläche von 400 m² an der einzigen Kuhle an der SO-Ecke des Maisschlages wurde vom Schwarzwild nicht „angenommen“. Allabendlich wechselten in 3-4 Rotten ca. 30 Stück Schwarzwild aus dem Wald durch den Grenzknick in den Mais. Auch 18 Ansitz-Abschüsse von Anfang August bis Mitte September stellten keine erkennbare Vergrämung dar. Das Schadensbild weitete sich täglich weiter aus. Da auch die Verstänkerung an der Haupt-Einwechselseite nicht fruchtete, griffen wir versuchsweise zu einer unkonventionellen Maßnahme. Wir montierten unter die sonst für die Kitzsuche eingesetzte Drohne einen medizinischen Tropf mit verdünntem Schwarzwildvergrämungsmittel. Ob dieser Tröpfeleinsatz in homöopathisch kleiner Dosis auf den Mais, welcher im Übrigen für eine Biogasanlage gehäckselt werden wird, Erfolg brachte, wird nach der Ernte im Oktober feststehen. Es wird zusehens schwieriger, ASP-präventiv und wildschadens-bezogen das Schwarzwild zu bejagen, ohne daß aus der Jagd eine Art „Bekämpfung“ wird. Die Grenze dazwischen verläuft fließend.

Jan-Pieter Frick                                           Neustadt in Holstein, den 13. September 2021

Obmann für die

Öffentlichkeitsarbeit

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