Zentrale Annahmestellen für Aufbruch von Schwarzwild

von Paulsen

als Vorsorgemaßnahme vor einer Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest haben die schleswig-holsteinischen Landräte und das Landwirtschaftsministerium in Kiel vereinbart,in allen Kreisen zentrale Annahmestellen für verendete Wildschweine und für Aufbruch sowie sonstige Abfälle von erlegten Wildschweinen einzurichten.
Ziel dieser Maßnahme soll es sein, verendetes Schwarzwild, Aufbruch und sonstige relevante Abfallprodukte so weit wie möglich aus den Revieren heraus zu halten.
Die Nutzung dieser Annahmestellen ist für die Jägerschaft freiwillig und kostenfrei!

Angesichts des damit verbundenen finanziellen Aufwandes, den sich Land und Kreise teilen, muss die Anzahl dieser Annahmestellen vorerst begrenzt werden.
Im Kreis Ostholstein wurden die 3 folgenden Annahmestellen eingerichtet:

  • Bauhof Oldenburg in Holstein, Feldstr. 6, 23758 Oldenburg 
  • Bauhof Neustadt in Holstein, Eutiner Str. 77, 23730 Neustadt 
  • Bauhof Ahrensbök, Lübecker Str. 90, 23623 Ahrensbök 

Dort können die genannten Materialien zu den üblichen Öffnungszeiten abgegeben werden. Spezielle Container für Fallwild sowie Abfalltonnen für Aufbruch stehen dort zur Verfügung.
In dringenden Notfällen (z. B. ungewöhnlich viele Totfunde) ist eine Beprobung und Entsorgung von Fallwild auch außerhalb von Dienst- und Öffnungszeiten möglich. Bitte wenden Sie sich insolchen Fällen an die Veterinärbehörde des Kreises OH. Die Diensthabenden sind über die Rettungsleitstelle (04521-19222) erreichbar.

Verendet aufgefundenes Schwarzwild (auch Verkehrsunfallwild) soll vor einer Entsorgung über die Annahmestelle mittels einer Tupferprobe (Blut oder blutige Flüssigkeit) beprobt und anschließend untersucht werden.
Dazu nötiges Material (Tupfer, Begleitscheine, Transportbeutel ) liegt an den o. g. Annahmestellen bereit. Darüber ist dieses Material jederzeit bei meinem Fachdienst erhältlich.

Um eine eindeutige Zuordnung von Untersuchungsergebnissen sicher zu stellen, bitte ich darum, verendete Sauen – sofern möglich –mit einer Wildmarke (wie bei Trichinenuntersuchgen) zu kennzeichnen. 

Für die Beprobung und gleichzeitige Abgabe von Fallwild an einer Sammelstelle wird seitens des Landes eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro/Stück Schwarzwild gezahlt.

Weitere Informationen zu dieser Aufwandsentschädigung sowie das entsprechende Antragsformular des MELUND füge ich dieser Mail im Anhang bei. 

Sofern beabsichtigt ist, Aufbruch und sonstige Abfälle erlegter Sauen anzuliefern, stehen dazu spezielle Abfallsäcke (120 Liter aus Maisstärke) zur Verfügung, welche in der Tierkörperbeseitigungsanstalt verarbeitet werden können.

Diese Säcke liegen zur Abholung an den genannten Sammelstellen wie auch bei meinem Fachdienst in Eutin bereit. Ich bitte sehr darum, von diesen kostenfrei zur Verfügung gestellten Säcken Gebrauch zu machen!!!

Gleichzeitig bitte ich ausdrücklich darum, keine herkömmlichen Plastiksäcke für die Anlieferung von Aufbruch zu verwenden, weil diese in der TKBA nicht verarbeitet werden können!!! 

Da es sich hier um den erstmaligen Betrieb solcher Sammelstellen unter zudem schwierigen logistischen und hygienischen Rahmenbedingungen handelt, bitte ich um Verständnis für evtl. auftretende Anlaufschwierigkeiten.

In jedem Fall bitte ich, sofern angebracht, um konstruktive Kritik und entsprechende direkte Informationen an mich bzw. meinen Fachdienst. Alle Beteiligten des Kreises, der Städte und der Gemeinden werden gemeinsam daran arbeiten,

einen ordnungsgemäßen Betrieb der Annahmestellen sicher zu stellen.

In diesem Zusammenhang bitte ich aber auch darum, bei Transport und Anlieferung dieses „sehr speziellen“ Materials eigenverantwortlich auf ein Mindestmaß an Sauberkeit zu achten.

Abschließend möchte ich noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass die genannten Entsorgungsmöglichkeiten ausschließlich für Schwarzwild eingerichtet wurden! Sonstige Wildarten bitte ich auf den bisher bekannten und genutzten Wegen zu entsorgen. 

Für die Weitergabe dieser Informationen innerhalb der Jägerschaft wäre ich Ihnen dankbar. Sollten aus Ihren Reihen Vorschläge, Anregungen oder Fragen zu diesem Thema bestehen, stehe ich hierfür gerne jederzeit zur Verfügung. 

Mit freundlichen Grüßen und „Waidmannsheil“,
Im Auftrag

Dr. Wolf Vogelreuter

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