Interessenkonflikt Wildgänse

von Paulsen

Im Norden von Wagrien (Ostholstein) beklagen die Landwirte in erheblichem Maße Verbiß
durch Grau- und Kanadagänse. Das Problem wird noch dadurch verschärft, daß die
Vogelschutzgebiete Graswarder (Heiligenhafen) und Wallnau (Insel Fehmarn) in unmittelbarer
Nähe liegen. Am größten sind die Schäden im Bereich von Großenbrode, vor der Fehmarn-
sundbrücke, an der Vogelfluglinie. Nachdem die Jägerschaft angesichts der Schäden erfolgreich die Bejagung der Gänse auch außerhalb der Jagdzeit von der Behörde genehmigt
bekam, versuchten die ortsansässigen Jäger in bewährter Form (morgendlicher Ansitz mit
Lockbild und Tarnschirm) weiteren Schaden zu begrenzen. Dies rief Anwohner auf den Plan,
welche sich durch Schüsse am Morgen gestört fühlten und sogar die Polizei riefen. Natur-
schutzverbände kritisierten die Gänsejagd und argumentierten u.a. dahingehend, daß diese
Jagdform eine Beunruhigung für die Gänse darstelle, diese durch ständige Flucht noch mehr Energie verbrauchen würden und dann deren Hunger noch größere Probleme schaffen würde. Die Argumente der Landwirte, daß neben den Schäden durch Verbiß auch der Kot
der Gänse die Qualität der Ernte mindert, wurden nicht erhört. Die KJS Oldenburg versucht,
durch gespräche mit den Anwohnern und Artikel in der örtlichen Presse, für die Notwendig-
keit der getroffenen Maßnahmen zu werben.


Jan-Pieter Frick                17. August 2017

 

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